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Tee-Utensilien in Japan – Geschichte & Wertschätzung – Vortrag von Prof. Jun’ichi Takeuchi / Direktor des Eisei-Bunko Museums, Tokyo

5. März 2013 - 19 Uhr
Japanisches Kulturinstitut (The Japan Foundation), Köln

Unter den Tee-Utensilien hat die „Cha’ire“ (Teedose) die größte Beliebtheit erfahren. Bestimmt dazu, „Matcha“ (grünen Pulvertee) aufzubewahren, handelt es sich bei dieser Dose lediglich um einen nur wenige Zentimeter hohen Keramiktopf, der so klein ist, dass er auf einer Handfläche Platz findet.
Die in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts auftauchenden eigentümlichen Wertvorstellungen über Tee-Utensilien sollen im Vortrag anhand von Original-gegenständen und schriftlichem Quellenmaterial rekapituliert werden.

„Wabi-Chanoyu“, die „Teezeremonie, die das Prinzip der Einfachheit betont“, erreichte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ihre Blütezeit.
Bei den von ihr hauptsächlich verwendeten Tee-Utensilien (chadôgu) handelte es sich um Antiquitäten, die von der damaligen Zeit aus betrachtet bereits mehr als 300 Jahre zuvor in China hergestellt und als Handelsware nach Japan importiert worden waren. Man nannte sie „Karamono“ (Chinaware) und schätzte sie hoch.
Doch nicht alle diese Waren wurden zu Utensilien des Teewegs, sondern man
wählte nach einer bestimmten Art von „Normen“ aus. Insbesondere Form und Größe unterlagen einer strengen Norm. Und die diesen Normen entsprechenden heraus-ragenden Tee-Utensilien nannte man „Meibutsu“ (namhafte, berühmte Stücke).
Orte, an denen man über diese Normen konkrete Kenntniss erwerben konnte, waren die „Chakai“ (Teeversammlungen), die sogennanten „Studienversammlungen, in denen man Wissen über ‚Meibutsu’ und Kenntnisse über die Normen erwirbt“.

Im Vortrag wird versucht, diese Normen an noch heute erhaltenen Tee-Utensilien klarzumachen und dabei auch Tee-Utensilien vorzuführen, die es im Gegenteil nicht zu „Meibutsu“ gebracht haben. Andererseits gibt es die Gewohnheit, Tee-Utensilien ähnlich wie Menschen „Namen“ zu geben und sich an ihnen zu erfreuen. Zudem verband man die zufällig auf der Außenseite der aus Keramik gefertigten Tee-Utensilien entstandenen „Variationen aufgrund von Glasur“ assoziativ mit „Natur-szenen“ wie Mond und Fluss oder mit rotem Ahornlaub überzogene Berge.
Der Vortrag wird auch auf solche für Japaner eigentümlichen Sichtweisen der „Mono“ (Dinge) eingehen.

Moderation: Prof. Dr. Melanie Trede, Universität Heidelberg

Der Eintritt ist frei!