keramici.besuchen –
Burg Giebichenstein, Halle

Am Wochenende des 20. und 21. Juli 2013 hat uns der junge Keramikkünstler Johannes Nagel eingeladen, anlässlich der großen Jahresausstellung die Keramik-klasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle sowie verschiedene Ateliers in der Stadt zu besuchen. Diese Gelegenheit haben wir gerne genutzt und einen guten Eindruck vom keramischen Schaffen vor Ort erhalten. Wir haben die Ateliers von Juliane Herden, Kordula Kuppe, Martin Möhwald und Johannes Nagel gesehen und uns in lockerer Atmosphäre über ihre Arbeiten unterhalten, wir haben sowohl Campus Kunst als auch Design besichtigt und uns über die Studiengänge Keramik sowie Keramik- und Glasdesign informiert und Studierende getroffen. Nicht zuletzt haben wir viel Spaß miteinander gehabt und auch von Halle selbst einiges mitbekommen. Halle ist definitiv eine Reise wert! Wir kommen bestimmt wieder!

Künstlerische Arbeiten von links nach rechts:
Katharina Miller (Plastikflaschen); Anna Dorothea Klug (“Nachts, wenn wir tanzen”); Lena Biesalski (“Populationen”); Juss Heinsalu (Hörner), im Hintergrund Teller von Corinna Petra Friedrich; Lotte Buch (“Leuchtstoffröhre”, aus Porzellan und Papier); Katja Jaroschewski (“Schuh-egal”); Sarah Bartmann (Wandbilder); Isabella Sissis (Figur); Leonhard Kunze (Masken); Keramik- und Glasdesign.

Hier ein kleiner Reisebericht von unserem jüngsten keramici-Mitglied Jannik:

»Zuerst möchte ich mich bei den keramici bedanken, dass sie diese Reise nach Halle an der Saale organisiert haben und vor allem, dass ich daran teilnehmen konnte.

Wie war der Ablauf der Reise?
Nachdem wir Samstagmittag angekommen sind, ging es auch direkt mit der Be-
sichtigung der zum Teil auf Burg Giebichenstein untergebrachten Kunsthochschule los. Was mich sehr beeindruckt hat war die Stimmung, die dort herrschte, nachdem man über eine kleine Brücke den Innenhof der Unterburg betreten hat. Es hatte den Anschein, als wäre es eine Enklave der Kreativität mitten in Halle!
Nachdem wir dann eine ausführliche Führung durch den Fachbereich Keramik durch den Künstler Johannes Nagel und den Professor für Keramik Martin Neubert erhalten haben, schauten wir uns im Anschluss das Atelier von Johannes Nagel an. Vor allem seine Serie von Plastiken mit kristallinen Formen fasziniert mich. Dann besuchten wir noch einen anderen Keramikkünstler, Martin Möhwald, der seine Arbeiten mit einem interessanten Umdruckverfahren herstellt.

Was mir besonders gut gefiel war, dass sich später jeder unabhängig von der Gruppe etwas umschauen und somit jeder sein Interessengebiet abdecken konnte. Neben dem kulturellen Programm kam auch das Zwischenmenschliche nicht zu kurz, da man sich abends wieder traf um gemeinsam etwas essen zu gehen und noch die Party im Neuwerk, dem Design Campus der Hochschule, zu besuchen und den Abend schön ausklingen zu lassen.

Am nächsten Tag traf ich etwas später in einem Atelier auf den Rest der Gruppe, da ich mir noch den wunderschönen historischen Altstadtkern Halles angeschaut hatte. Es war das Atelier der beiden Keramikerinnen Juliane Herden und Kordula Kuppe. Ebenso wie Johannes Nagel und Martin Möhwald haben sie uns gezeigt, wo und wie sie arbeiten, und wir konnten ihre Gefäße näher betrachten. Danach ging es weiter zum Neuwerk, wo wir auch noch weitere Abteilungen und deren Ausstellungen, vor allem Keramik- und Glasdesign, besuchten. Leider ging es dann auch schon zeitnah wieder zurück nach Hause.

Was nehme ich mit nach Hause?
Ich bin mit einer Vielzahl von Eindrücken wieder nach Hause gekommen. Vor allem wurde ich durch diese Reise an die freie Keramik herangeführt. Was ich sehr begrüßt habe ist, dass ich nicht einfach vor einem Objekt stand, sondern dass mir von anderen keramici auch einiges erklärt wurde, was mir sehr geholfen hat, um diese Kunstform überhaupt zu verstehen. Generell war der Austausch ein wichtiger Bestandteil: jeder konnte dem anderen etwas erklären, da jeder aus einem anderen kulturellen Fachbereich kommt oder sogar fachfremd ist.

Fazit:
Mir hat die Reise außerordentlich gut gefallen, vor allem dass jeder relativ frei war und nicht an die Gruppe gebunden. Auch das Zusammensein und der Austausch sind eine große Bereicherung für mich. Würde man mich fragen, ob ich noch einmal mitfahren würde, gäbe es nur eine Antwort: JA!«