clay display

„clay display“ zeigt ausgewählte Arbeiten aus Ton und Porzellan von Studierenden des Fachbereichs Design der Hochschule Niederrhein in Krefeld.
Sie sind das Ergebnis eines interdisziplinären Projektes zwischen Produkt- und KommunikationsdesignerInnen unter der Leitung von Prof. Silvia Beck und Prof. Gerhard Hahn.

Traditionell liegt die Herstellung der keramischen Gefäßform und deren Dekoration
in einer Hand – in der des Keramikers bzw. der Keramikerin. Die Zusammenarbeit von keramisch erfahrenen ProduktdesignerInnen mit fachfremden Projektteilnehmer-Innen aus dem Bereich Illustration unter dem Thema des Zusammenspiels von Form und Oberfläche ist das Besondere an diesem Hochschul-Projekt; sie stellt ein spannendes Experiment dar und bot zugleich die Chance, unkonventionell mit dem Material umzugehen.

Die Studierenden experimentierten in gemischten Teams mit unterschiedlichen Gefäßformen und bearbeiteten das keramische Material mit verschiedenen Mal-, Zeichen-, Ritz-, Druck- und Stempeltechniken. Auch Bildsprachen des Comic
sowie des Graffiti finden Verwendung. Zusammen bewirken Form und Dekor ausdrucksvolle Beziehungen zwischen dreidimensionalem Körper und zwei-dimensionaler, illustrativer Oberfläche.

Die individuellen thematischen Schwerpunkte sind sehr vielseitig. So werden historische Gefäß- und Dekorationsformen aufgegriffen und mit aktuellen Themen aus Gesellschaft und Politik kombiniert. Literarische und philosophische Ideen wecken die Phantasie des Betrachters. Die vielfältigen Ergebnisse und unge-wöhnlichen Lösungen, die aus dieser Gemeinschaftsarbeit hervorgehen, reichen
von Vasen, die wie Atommeiler anmuten über architektonische Utopien und Videoprojektionen auf Keramik bis hin zu einem über 31 Gefäße verlaufenden Siebdruckmotiv, das je nach Blickwinkel des Betrachters seine Erscheinung verändert.
Auf subtile und ebenso konfrontierende Weise werden Geschichten wie die des nuklearen Unglücks in Fukushima erzählt oder auch menschliche Gefühlsprozesse durch Form und Farbe visualisiert.

Zahlreiche Objekte, die auf den ersten Blick irritieren, ergeben erst als Ensemble
ein ganzheitliches Bild der zugrundeliegenden Botschaft, die es in einer genaueren Betrachtung zu entdecken gilt. So werden die Besucher dazu aufgefordert, sich selbst und die Welt, in der sie leben, zu hinterfragen, sowie die eigene Wahrnehmung zu erweitern.

Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit den keramici realisiert, die seit 2011 eigene Ausstellungen am Hetjens-Museum kuratieren.
Nach „Schmuckstücke – Adaptions of Sottsass“ ist „clay display“ das zweite Projekt, welches das Schaffen junger Kreativer an die Öffentlichkeit bringt.

Einladung zur Eröffnung »
Siehe auch: Kooperation mit dem Fachbereich Design
der Hochschule Niederrhein in Krefeld »

Fotos Exponate: Volker Nünninghoff